Stiftung Warentest prüft Suchmaschinen – Google geschlagen

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Datum: 01.10.2019

Google ist unangefochtener Marktführer unter den Suchmaschinen, seit 2015 halten sie einen Marktanteil von knapp 90%. Weit dahinter belegen Bing (4%) und Yahoo (2,65%) die Plätze zwei und drei.

Beim diesjährigen Test bescheinigte Stiftung Warentest Google die besten Suchergebnisse und auch beim Nutzungskomfort ist der Marktführer ganz vorne mit dabei. Zudem bietet Google viele nützliche Zusatzfunktionen. Doch aufgrund gravierender Lücken beim Thema Datenschutz bekam der Marktführer lediglich die Note „befriedigend“ (2,7) und rutscht damit auf den zweiten Platz.

Konkret bemängelte Stiftung Warentest die Datenschutzerklärung, in der sich eine ganze Menge „unzulässige Klauseln“ befinden würden. Außerdem überträgt Google bei den Suchanfragen viele unnötige Daten, die dazu genutzt werden, Nutzerprofile zu erstellen und personalisierte Werbung zu schalten. Gleichzeitig werden die angezeigten Suchergebnisse personalisiert, womit Sie in einer sog. "Filterblase" landen. So sehen Sie nur Informationen, die potentiell für Sie interessant sein können, wobei Ihnen andere Inhalte oft vorenthalten werden. Dies gilt sowohl für die Suchmaschine selbst, als auch für die anderen Dienste wie YouTube und Google Maps.

Die neue Nummer 1 unter den Suchmaschinen

Testsieger ist in diesem Jahr die Suchmaschine Startpage mit der Note 2,3. Die Qualität der Suchergebnisse sei gut, genau wie der Nutzungskomfort, sowohl auf dem PC, als auch auf Tablet und Smartphone. Und im Gegensatz zu den Google-Apps wurden die iOS und Android-Apps von Startpage als „unkritisch“ eingestuft. Vor allem im Datenschutz kann der Konkurrent aus den Niederlanden also punkten. Doch warum schneidet er auch bei den Suchergebnissen so gut ab?

Grund für das gute Abschneiden von vielen Suchmaschinen ist, dass sie die Suchalgorithmen der größeren Suchmaschinen wie Google, Bing und Yahoo nutzen. Auch Startpage nutzt den Algorithmus von Google, jedoch ohne die vielen Trackingtools, die im Hintergrund laufen. Startpage verspricht: "Sie haben gerade etwas wiedergefunden, das Sie vor langer Zeit verloren hatten: Ihre Privatsphäre bei der Websuche.".

Viele Suchmaschinen sammeln Daten

Anhand welcher Kriterien wurde bewertet?

Für den Test startete man 50 Anfragen inklusive Tippfehlern, vagen Beschreibungen und Doppeldeutigkeiten bei allen zehn Suchmaschinen. Die Relevanz der ersten sechs Treffer wurde bewertet.

Nach eigenen Angaben ist Startpage die Suchmaschine mit den wirksamsten Datenschutzrichtlinien auf der ganzen Welt. Es werden keine IP-Adressen gespeichert, keine Cookies zur Identifizierung genutzt und die Daten werden nicht gespeichert oder an Dritte weitergegeben. Damit ist auch die Bildung von Nutzerprofilen unmöglich, ebenso wie zielgerichtete Werbung. Finanziert wird die Suchmaschine daher durch nicht-personalisierte Werbung.

Suchmaschinen-getestet

Zusätzlich bietet Startpage einige nützliche Funktionen, wie die „Anonyme Ansicht“. Damit können potentiell gefährliche Webseiten zunächst mit einem Proxyserver besucht werden, um dann entscheiden zu können, ob die Webseite Malware verbreitet oder sicher ist. Ein Button zur anonymen Besichtigung der jeweiligen Webseite erscheint rechts neben dem Suchergebnis.


Hier können Sie diese Funktion gleich testen.

Fazit

Startpage hat erkannt, dass es kaum möglich ist, Google zu schlagen, wenn es um die Qualität der Suchergebnisse oder den Nutzungskomfort geht. Daher wird für die Suchfunktion der Google-Algorithmus genutzt, die Trackingtools werden jedoch alle deaktiviert. Verbunden mit nützlichen Erweiterungen bietet Startpage daher eine echte Alternative zum Marktführer Google.

Über den Autor

Daniel Lüttgens